Mitglied des Monats

Beim Forum Alpbach wurde über die Zukunft Europas diskutiert. Und wie steht es um die Zukunft Alpbachs? „Das schönste Dorf Österreichs” will selbst zum Vorzeigebeispiel in Sachen Nachhaltigkeit werden. Die Drahtzieherin ist die Klimabeauftragte Renate Candlin.
Frau in organgenem Shirt fährt ein Lastenfahrrad

Hallo Renate, wenn du einen Wunsch an die PolitikerInnen hättest, die im Moment in Alpbach residieren, welcher wäre das?

Ich wünsche mir eine Begegnung auf Augenhöhe. Tatsächlich hatte ich schon die Gelegenheit Bundespräsident Alexander van der Bellen und seine Frau zu treffen. Ich habe ihnen einiges von meiner Tätigkeit in der Gemeinde erzählt und sie haben mich motiviert so weiterzumachen. 

Wie schaut deine Arbeit in der Gemeinde aus?

Ich bin die Leiterin des Recyclinghofs und zudem so etwas wie die Gemeindegärtnerin. Meine Tätigkeiten gehen aber weit darüber hinaus. Als Klimabeauftragte von Alpbach ist mir Bewusstseinsbildung wichtig. Zum Beispiel mache ich verschiedene Workshops an Schulen zu den Themen Abfall und regional Einkaufen – ganz nach dem Motto „die Eltern lernen von ihren Kindern“. Und ich setzte mich für das Radfahren ein, um den motorisierten Verkehr in der Gemeinde zu reduzieren. Das bringt für uns alle mehr Lebensqualität. 

Frau in organgenem Shirt fährt ein Lastenfahrrad
Straße mit Fahrradweg bei Sonne

Wie bist du Klimabeauftragte geworden? 

Durch meine Arbeit im Recyclinghof habe ich gemerkt, wie gedankenlos wir mit unseren Ressourcen umgehen und habe beschlossen mich zu engagieren. Ich habe den Klimaschutzlehrgang von Klimabündnis Tirol gemacht, der zur Hälfte von der Gemeinde Alpbach finanziert wurde. So bin ich in diese Funktion hineingerutscht. 

Alpbach ist seit 2017 Klimabündnis-Gemeinde – was steht aktuell an? 

Derzeit beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Mobilität. Leider werden immer noch viel zu viele kurze Strecken mit dem Auto zurückgelegt. Als PRO-BYKE Gemeinde haben wir uns einiges vorgenommen, um das Alltagsradeln in Alpbach zu fördern. Zum Beispiel haben wir vor Kurzem sogenannte „Sharrows“ (siehe Foto) im Ort platziert, damit die AutofahrerInnen achtsamer gegenüber RadfahrerInnen sind. 

Seid ihr auch bei der Europäischen Mobilitätswoche von 16.-22. September dabei?

Ja, wir planen mit dem Kulturausschuss eine Kulturwanderung durch die Gemeinde. An verschiedenen Stationen wird über die Geschichte Alpbachs erzählt, zum Beispiel bei einer alten Getreidemühle. Das sind oft Orte, die die Einheimischen gar nicht kennen, weil sie sehr touristisch sind.   

Was sagst du Menschen, die denken es ist zu spät etwas gegen die Klimakrise zu unternehmen?

Es ist nicht meine Art etwas vorzupredigen. Ich sage immer: Wenn jeder und jede Einzelne einen kleinen Beitrag leistet, können wir gemeinsam einen Unterschied machen. Zum Beispiel beim Einkaufen: Einen Liter Milch muss ich nicht mit dem Auto vom Geschäft nach Hause transportieren, sondern mit dem Rad oder zu Fuß. Da können wir viel von unseren Kindern lernen. 

Danke für das Gespräch! 

GEMEINDE, BETRIEB ODER BILDUNGSEINRICHTUNG: JEDEN MONAT HOLEN WIR EIN BESONDERS ENGAGIERTES KLIMABÜNDNIS-MITGLIED VOR DEN VORHANG

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