Seit 2023 treibt die Plattform der Kleinbauer:innen von El Carmen de Atrato (1) die Schaffung des Territorio Campesino Agroalimentario – TECAM voran, ein Projekt, das darauf abzielt, die Präsenz und Anerkennung der Kleinbauer:innen von El Carmen als grundlegende Akteure im Leben der Gemeinde zu stärken. Das TECAM ist mehr als nur eine formale Einrichtung; es ist ein Vorschlag, um die Lebensweisen der Bauern und die Bauerinnen zu würdigen und ihre historische Rolle in wirtschaftlicher, sozialer, kultureller, politischer und ökologischer Hinsicht zu bekräftigen.
(1) Die Plattform der Landbevölkerung setzt sich zusammen aus der Asocomunal de el Carmen de Atrato, der Corporación Campesina Piedra del Sol, den Guardianes del Río Habita, Agroecotur Guaduas und der Asociación de Campesinas De La Trocha – ASOCAMTROCH.
Der Prozess verbindet das Streben nach institutioneller Anerkennung – damit der Staat seine Maßnahmen zugunsten des ländlichen Raums priorisiert und eigene Instrumente wie den Plan de Vida Digna respektiert – mit einer tiefgreifenden Aufgabe der territorialen Wiederaneignung. In einem Gebiet, das von bewaffneten Konflikten und dem Zwang zum Bergbau geprägt ist, wird das TECAM zu einer Strategie des gemeinschaftlichen Wiederaufbaus, der Verwurzelung und der Hoffnung.
Die Initiative wurde durch die Begegnungen der Bäuerinnen und Bauern gestärkt, Foren, die den Geist der früheren Zusammenkünfte wieder aufleben lassen: gemeinschaftliche Arbeit, Gespräche und Begegnungen zwischen den Weilern. Hinzu kommen die Bauernschulen, die den Wissensaustausch zwischen Gemeinden und begleitenden Organisationen (2) fördern, das Gebiet durchstreifen und die Lebendigkeit der lokalen Bauernschaft sichtbar machen.
(2) Zu den unterstützenden Organisationen gehören unter anderem das Sozio-juristische Zentrum für territoriale Verteidigung Siembra, die Rechtsorganisation Libertad, die Diözese Quibdó, das Menschenrechtsnetzwerk des Pazifiks und der Nationale Agrarkoordinator.
Die Übungen zur Erinnerungsarbeit und zur gemeinschaftlichen Kartierung haben es ermöglicht, die Geschichte der Landbevölkerung der Gemeinde und die vielfältigen Organisationsformen, die sie stützen, zu erkennen: die gemeinschaftlichen Wasserleitungen, die Instandsetzung der Dorfstraßen, die Gemeinschaftsgärten und die Netzwerke der gegenseitigen Unterstützung. Zudem wurden Fortbildungsprozesse mit den Frauen der Gemeindeverwaltungsräte („Mujeres Comunales“) durchgeführt, die darauf abzielen, ihre Beteiligung an Führungspositionen und in der öffentlichen Wahrnehmung der Gemeinschaft zu fördern.
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